Fiona´s Sonnensegel


Rechtschreibung

gebloggt am Freitag, 27. Januar 2012 um 11:42 Uhr

Kürzlich führte ich in einer Online-Community eine Diskussion mit einer Nutzerin. Inhaltlich ein angenehmes Gespräch. Nach einiger Zeit wurde mir allerdings das Lesen ihrer Nachrichten doch etwas zu anstrengend, was mich veranlasste, sie um die effektive Nutzung von Satzzeichen zu bitten. Ihre schönen Worte, die das Gespräch beendeten, lauteten: "ich schreibe wie es kommt da scher ich mich nicht um satzzeichen". Na, herzlichen Glückwunsch auch. Ich hoffe, dass es nicht mal dazu kommt, dass die eine Bestellung von mir bearbeitet. Man stelle sich nur vor, man ordert sich, meinetwegen ein neues Sonnensegel oder eine Balkonbespannung, und erhält eine Packung Werbekugelschreiber, weil die Frau nicht korrekt weiterleiten konnte, was man möchte.

Jedenfalls veranlasst mich dieser Nachrichtenaustausch dazu, mal einige Beispiele anzuführen, die belegen, weshalb eine korrekte Schreibweise bzw. eine ordnungsgemäße Interpunktion nicht dumm sind. Hier also mal ein paar Beispiele, die vielleicht auch Eltern helfen, die immer wiederkehrende Frage der Kinder zu beantworten, warum sie „ordentlich schreiben“ sollen:

Die Spinnen
Die spinnen

Er hat liebe Genossen.
Er hat Liebe genossen.

Wäre er doch nur Dichter!
Wäre er doch nur dichter!

Der gefangene Floh.
Der Gefangene floh.


Oder, mein Lieblingsbeispiel aus dem Geschichtsunterricht zum Thema „Ein Komma kann über Leben und „Ableben“ entscheiden:

„Freilassen, nicht hängen.“
„Freilassen nicht, hängen.“

Aber nicht nur das Verrücken von Satzzeichen kann über Verständnis und Missverständnis entscheiden. Manchmal ist es auch einfach nur wichtig, überhaupt ein Komma zu setzen. Versuchen Sie es selbst und setzen Sie eigenständig Kommas, wo Sie es für richtig erachten und sehen Sie, was passiert:

„Komm essen wir Opa.“

Man sieht also, dass die ordnungsgemäße Anwendung von Satzzeichen bzw. die Verwendung der Hochstelltaste zum richtigen Zeitpunkt durchaus das Potenzial in sich trägt, zum Verständnis zwischen den Menschen beizutragen. In diesem Sinne: Ein Hoch auf die „Shift“-Taste.


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